Wann ist die beste Pflanzzeit?
Vor- und Nachteile der verschiedenen Pflanzzeiten für Stauden
Spätestens am Ende der Frühjahrssaison ist eine der uns am häufigsten gestellten Fragen: ‚Kann ich jetzt noch pflanzen? Wann ist die beste Pflanzzeit?‘
Grundsätzlich können Sie unsere winterharten und akklimatisierten Stauden ganzjährig pflanzen, soweit der Boden nicht gefroren ist. Trotzdem gibt es besonders gut geeignete Pflanzzeiten:
- März bis Mitte April ist eine gute Pflanzzeit, wenn Sie gleichzeitig mit den Stauden auch ballierte oder wurzelnackte Gehölze pflanzen wollen. Sie haben selten Probleme mit dem Anwachsen und müssen sich nach dem Angießen relativ wenig um die Wasserversorgung der frisch gepflanzten Stauden kümmern. Auch für den Versand ist dies eine gute Zeit, der Austrieb der Stauden ist noch klein und der Paketversand problemlos möglich. Auch die Auswahl ist natürlich zu Beginn der Pflanzsaison noch am größten. Nachteilig ist bei sehr frühem Pflanztermin, dass nicht bei allen Stauden sicher erkennbar ist, ob sie den Winter gut überstanden haben. Stauden mit sehr spätem Austrieb (z.B. Pennisetum oder Eupatorium) deshalb gerne etwas später pflanzen.
Echinacea 'Hot Summer' und Agastache 'Blue Fortune'
- Juni und Juli ist eine gute Pflanzzeit, wenn ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Ohne die Möglichkeit zu intensivem Angießen nach der Pflanzung und zu regelmäßigem Wässern alle 2-4 Tage in den ersten Wochen nach der Pflanzung sollten Sie diese Pflanzzeit meiden. Wenn eine gute Bewässerung sichergestellt ist, hat eine Frühsommerpflanzung aber durchaus Vorteile: Die Pflanzen wachsen sehr schnell an (oft sieht man im Hochsommer keinen Unterschied mehr zwischen einer Pflanzung von Anfang Juni und einer Pflanzung von Anfang April!) und die Arbeit im Garten macht im Sommer manchmal auch mehr Spaß als Anfang April..
- Ende August bis Anfang Oktober ist für viele Stauden eine hervorragende Pflanzzeit! Eine Pflanzung im Spätsommer bzw. Frühherbst: Die Pflanzenauswahl ist sehr gut (die frisch vermehrten Stauden sind alle fertig), die Bewässerung ist schon wieder deutlich einfacher als im Hochsommer und die Pflanzen wurzeln vor dem Winter noch sehr gut an. Oberirdisch sehen Sie oft kaum noch Wachstum, aber unterirdisch im Wurzelbereich passiert noch sehr viel im September und Anfang Oktober! Viele der zu dieser Zeit gepflanzten Stauden haben im kommenden Frühjahr schon fast eine Vegetationsperiode Vorsprung gegenüber nach dem Winter gepflanzten Stauden. Ende August bis Ende September ist übrigens bei einigen Stauden auch die beste Zeit zum Umpflanzen und Teilen: So können Sie z.B. Schwertlilien und Pfingstrosen am besten zu dieser Zeit verjüngen und verpflanzen, da sie zu dieser Zeit kräftig neue Wurzeln bilden.
Stachys monnieri 'Hummelo' und Lavandula 'Siesta'
- Ende Oktober bis Ende November war früher eine traditionelle Pflanzzeit. Dies gilt heute noch für wurzelnackte Gehölze und große alte Horste von Stauden, die geteilt und verpflanzt werden sollen. Winterempfindliche Stauden wie Herbstanemonen und Pampasgras sollten im Spätherbst besser nicht mehr gepflanzt werden, hier ist eine Frühjahrspflanzung vorzuziehen. Bei den allermeisten Stauden ist eine Spätherbstpflanzung bis Frostbeginn aber durchaus möglich, bringt nur keinen Vegetationsvorsprung mehr gegenüber einer Pflanzung nach dem Winter.
Fazit: Bei Beachtung von einigen Regeln ist eine Pflanzung von Stauden mit Topfballen fast ganzjährig möglich, solange der Boden nicht gefroren ist. Eine sehr gute und häufig unterschätzte Pflanzzeit ist insbesondere Ende August bis Ende September!
Ende August bis Anfang Oktober ist eine hervorragende Pflanzzeit



