Gärtnern in Zeiten des Klimawandels

Sind heimische Pflanzen die Rettung?

Jede Zeit hat ihre Gartentrends. Neben der verstärkten Nachfrage nach bienen-, hummel- und schmetterlingsfreundlichen Pflanzen ist vor allem das Interesse an heimischen Blütenstauden deutlich gewachsen. Dahinter steht die Hoffnung: Heimische Pflanzen und naturnahe Gartengestaltung sind gut für unser Ökosystem, helfen vielen Tieren und insbesondere Insekten beim Überleben und sind noch dazu pflegeleicht und robust genug, um mit dem Klimawandel zurecht zu kommen.

Steppenwolfsmilch Euphorbia segueriana var. niciciana und Kugeldistel Echinops ritro

Nicht alle diese Erwartungen halten einer genaueren Überprüfung stand. Die heimische Tierwelt ist angepasst an die bei uns natürlich vorkommenden Pflanzen, das ist sicherlich richtig. Die Aussage „Fremdländische Pflanzen sind für unsere heimischen Insekten nicht interessant“ ist allerdings nicht haltbar. Honigbienen, Hummeln und die meisten Tagschmetterlinge freuen sich auch über nordamerikanische, ostasiatische und kaukasische Wildstauden. Vor allem in Zeiten, wenn die heimischen Wiesenpflanzen wenig blühen, insbesondere im Spätsommer und Herbst sind diese ‚fremdländischen‘ Stauden eine hochwillkommene Nahrungsquelle. Und wenn Sie von Wildbienen lesen, die Ihre Larven nur mit Pollen von genau festgelegten heimische Stauden ernähren, ist auch das oft irreführend: Selbst hochspezialisierte Wildbienen, die Ihre Brut ausschließlich mit Glockenblumenpollen ernähren füttern ihren Nachwuchs auch gerne mit Glockenblumen aus Serbien oder Nordamerika. Sogar Pollen der asiatischen Ballonblume wird nicht verschmäht, da diese mit Glockenblumen eng verwandt ist.

Was den Klimawandel anbelangt: Heimische Stauden sind nicht automatisch anspruchsloser oder robuster als Wildstauden aus anderen Ländern. Vielmehr sind alle winterharten Pflanzen, die Hitze und Sommertrockenheit ertragen besser für unsere immer wärmeren Frühjahrs- und Sommermonate geeignet. Da macht es keinen Unterschied, ob es heimische Pflanzen aus Trockenrasengesellschaften und wärmeliebenden Säumen sind oder ob die Pflanzen eher aus sommerwarmen und –trockenen Pflanzengemeinschaften anderer Länder oder Kontinente kommen. Bei mehrjährigen Pflanzen ist natürlich die Winterhärte noch ein begrenzender Faktor, ob die Heimat aber in Sibirien oder den Rocky Mountains liegt ist zweitrangig.

Zusammengefasst ist für einen naturnahen und ökologisch wertvollen Garten vor allem folgendes wichtig:

  • Eine große Vielfalt von Pflanzen und Gartensituationen. Von sandig-heißen Südhangbeeten bis zu kühlschattigen Plätzen unter Laubbäumen, von der Trockenmauer bis zum Feuchtbiotop – die Mischung macht’s!
  • Keine Verwendung von Pestiziden und Insektiziden
  • Robuste Wildformen oder Auslesen von Stauden, Einjährigen und Gehölzen aus aller Welt

Und für alle, die trotzdem eher mit heimischen Stauden arbeiten wollen: Wir führen in unserer Gärtnerei natürlich auch ein großes Sortiment an entsprechenden Wildstauden, soweit möglich sogar aus gebietsheimischem Saatgut vermehrt.

Hier finden Sie eine Vorschau auf unsere Termine im Jahr 2026:

Die folgenden Terminangaben sind ohne Gewähr! Änderungen sind noch möglich.


10. Mai 2026
Marktplatzfest und Gartenmarkt in Neuhof /Zenn

(um Marktplatz, Kirche und Schloss Neuhof, von10.30 bis 18.00 Uhr)

Sehr schöner kleiner Markt auf idyllischem Gelände, mit vielen Künstlern. Unser Geheimtipp!
Eintritt frei.


02. August bis 14. August 2026

Betriebsurlaub

In dieser Zeit kümmern wir uns um unsere frisch getopften Jungpflanzen, es gibt keine Beratung und Verkauf.


13. September 2026:

Herbstimpressionen, Tag der offenen Tür im Kreislehrgarten

Kreislehrgarten Landkreis Fürth in Siegelsdorf, Reitweg 11.

Pflanzenverkauf, Fachvorträge, Obstbestimmung und vieles mehr von 10.00 bis 17.00 Uhr. Von uns gibt es auch einen Fachvortrag.... Eintritt frei